01.04.2016

Der Monolith

Kunst im globalen Raum - Der Monolith kehrt zurück - Ein Konzept von Christoph Adlfinger-Pullmann und Alex Doss (aus der Reihe "Altes im neuen Licht betrachtet")

Der Monolith (noch ein Konzept!)

Der Monolith gibt erstmalig etwas aus seinem Inneren preis. Im Film „2001 – Odyssee im Weltraum“ von S. Kubrick steht der Monolith sinnbildlich für eine höhere Intelligenz, die die Geschichte der Menschheit beeinflusst. Sein mächtiges Energiefeld initiierte die Geisteskräfte, die dem Menschen die Evolution vom Affen zum homo sapiens sapiens ermöglicht hat.

„2001 – Odyssee im Weltraum“ erzählt, dass der Mensch durch den Monolithen initiiert den Gebrauch von Hilfsmitteln erlernt hat. Waren es zuerst Knochen, die als elementare Werkzeuge dienten, so hat sich die Technik in einem atemberaubenden Tempo hin zu unseren heutigen Hauptwerkzeugen – den Computern – entwickelt. Aber wir dürfen die geistige Kompetenz nicht den Computern überlassen, sondern wir müssen Computer als dienstbare Werkzeuge, als Mittel zum Zweck begreifen – oder wir überlassen Ihnen die Macht über uns!

 

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Die Installation

Die Licht- und Videoinstallation „Der Monolith“ ist ein energetisches System zur Erzeugung von Licht, Video und Sound – mitten im urbanen Raum. Der Monolith ist weitestgehend unabhängig von konventionell erzeugter Energie, er nutzt Sonnenenergie und die sphärischen Kräfte der Umgebung. So gibt er den Anstoß zur Suche nach der Antwort auf eine der grundlegenden Fragen zur Zukunft der Menschheit – wie es in Zeiten des globalen Klimawandels und angesichts globaler sozialer Herausforderungen mit uns auf unserem Planeten weitergehen kann.

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Im  Monolith pulsiert ein wandelndes Licht, zieht den Betrachter durch einen Riss in der Oberfläche in sein Inneres, das mit Lichtimpulsen und Sound auf jeden Eindringling und auf Impulse von außen reagiert. Die Lichtspiele des Monolithen werden initiiert von der modernen Kommunikation der Besucher in einem definierten Umfeld. Der Monolith reagiert auf Fragen und Thesen, die an ihn gesendet werden z.B. über Twitter. Er twittert selbst audiovisuell – direkt erlebbar im Innern des Monolithen, im nahen Umfeld, aber auch auf der Homepage des Projekts.

Es entsteht ein energetisch revolutionäres und inhaltlich hervorragend in die heutige Zeit passendes Multimediakunstwerk, dass Lichtqualitäten der Sonne mit den Gestaltungsmöglichkeiten von programmierbarem beweglichem Licht kombiniert.

 

Der monolith im urbanen Raum

Der Monolith im Urbanen Raum

Grundlegende Idee des Projektes ist es, die Kommunikationsfähigkeit des Monolithen durch Reflexion und Abstraktion seiner Umfeldeinflüsse zu präsentieren. Die den Monolithen umspülende Kommunikation, der Fluss von Menschen, Stimmen, Stimmungen, der permanente Austausch über die modernen Netze werden durch die Sonne als Primärlichtquelle für Videoprojektionseinheiten in optische grafische Signale gewandelt. Die Lampe eines Videoprojektors wird einzig durch die  zur Verfügung stehende Lichtkraft der Sonne gespeist und damit das für die Projektion benötigte Licht ohne zusätzlichen Energieaufwand generiert.

Inhaltlich setzt sich der Monolith mit den Strömungen der Zeit, der zeitgeistgetriebenen Kommunikation auseinander – durch permanentes Scannen menschlicher Kommunikationswege und -gewohnheiten ist es ein Computer, der Kommunikation im Innern des Monolithen generiert, doch wer oder was stösst sie an? Können wir seine Äusserungen beeinflussen, steuern oder steuert er uns?

An zentraler Stelle im urbanen Raum – in einem Park, mitten in der Einkaufszone, vor einem Verkehrsknotenpunkt (Hauptbahnhof) o.ä. platziert, konfrontiert der Monolith uns und sich selbst mit der Menschheitsgeschichte und unserer Zukunft.

Durch die Verwendung von Lichtleitfasern entstehen tageslichtabhängig hinterleuchtete Videobilder. So wird Videokunst, Rauminszenierung, Tageslicht und damit Technik und Umwelt zu einer innovativen Symbiose vereint. Der Monolith ist tagsüber wie auch nachts „aktiv“, so dass er tags und nachts Besucher in seinen Bann ziehen kann.  Als Hybridlichtquelle für den Nachtbetrieb kommt eine hocheffiziente Projektionslichteinheit, die ebenfalls über das Glasfasersystem eingespeist wird, zum Einsatz.

Der Strombedarf wird gedeckt über die Integration von Photovoltaik in die Aussenhaut der Installation, als Teil der Architektur und damit des Gesamtkunstwerks.

 

H.HAL (Heart of HAL)

Das zugrunde liegende Prinzip:

– Fragen empfangen (Twitter, facebook, 95fragen.de, etc….)

  • Antworten werden generiert von H.HAL ohne Einfluss durch den Menschen

(Das Deus Ex Machina Prinzip)

H.HAL beginnt schon im Vorfeld zu kommunizieren. Über eine Projekthomepage können wir Menschen versuchen mit H.HAL in Kontakt zu treten. Erst wenn der Monolith sichtbar wird, kommuniziert er dauernd mit uns. Je näher er im Vorfeld dem Erscheinungsort kommt, desto häufiger werden wir erste Singale empfangen.

Schon ab jetzt können wir uns vorbereiten und Themen diskutieren, Fragen stellen, die im Inneren des Monolithen, in uns und von unserem Umfeld bewegt werden können.

Sobald Tweets mit vorgegebenen Hash-Tags über Twitter (o.ä.) gesendet werden, wird H.HAL dies empfangen und beachten. Auch wir können diese Tweets schon sehen, verstehen, beantworten oder zur Kenntnis nehmen. Über die Projekthomepage kann jeder das Sirren des Gezwitschers im Vorfeld verfolgen und beeinflussen.

Im dazugehörigen Blog können Interessierte wie Besucher durch H.HAL initiierte Themen diskutieren, vertiefen, bewegen – was dann wiederum zu verstärkten Aktivitäten im Innern des Monolithen führen wird.

Das Licht im Inneren des Monolithen wird uns Einblicke und Inspirationen geben. Allerdings geben wir mit dem Einschalten des Systems jegliche Kontrolle über das, was der Monolith uns mitteilt und wie er es tut, aus der Hand. Sich überlagernde Random-Routinen erzeugen unbeeinflussbar von aussen immer neue, nicht mehr vorhersehbare Kommunikation.

Botschaften als Appell zu nachhaltigem Handeln!

„Make Tomorrow Today!“

(Peter Gabriel, „OVO“, 2000)